| Standort | Brunnenstraße, Swinemünder Straße 13355 Berlin |
| Bauherr | Hines |
| Bauvolumen | 80.800 m² |
| Verfahren | Wettbewerb, 1. Preis |
Die für das langgestreckte Planungsgebiet am Bahnhof Gesundbrunnen entwickelte städtebauliche Figur hat zum Ziel, das Quartier und seine Umgebung durch hochwertige Stadträume zu stärken und so die bisherige Fragmentierung des Ortes zu überwinden. Die durchgängige Struktur reagiert mit beidseitig angeordneten Platz- und Hofbereichen auf den jeweiligen Kontext sowie die unterschiedlichen Nutzungsanforderungen.
Zwei Hochpunkte betonen den Bahnhof Gesundbrunnen als wichtigen Knotenpunkt zwischen Ringbahn und Brunnenstraße. Der westliche Auftakt an der Brunnenstraße wird durch den ersten Hochpunkt und den neu gestalteten Stadtplatz akzentuiert. Der zweite Hochpunkt definiert den Quartiersplatz und weist auf eine mögliche zusätzliche Anbindung an den Bahnhof Gesundbrunnen über die Passerelle hin.
Öffentliche und private Außenflächen bilden eine zusammenhängende Freiraumfolge. Der Stadtplatz an der Brunnenstraße stärkt die Adresse des Quartiers und bildet gemeinsam mit dem Humboldthain und dem denkmalgeschützten U-Bahnhofseingang einen lebendigen Stadtraum, der die Verbindung zum Bahnhof Gesundbrunnen stärkt und keine Rückseiten ausbildet. Als Teil der übergeordneten Rad- und Fußwegeverbindung entlang der Bahntrasse bildet eine Urbane Promenade ein lineares Aufenthalts- und Bewegungsband, das die öffentlichen Erdgeschossnutzungen ergänzt. Der zentrale Quartiersplatz rhythmisiert die Länge der Bebauung und sorgt durch Aufweitung der Uferpromende für einen lebendigen Stadtraum. Im Inneren der Baufelder entstehen gut belichtete Hofräume mit Pocket-Parks, gemeinschaftlichen Flächen und gärtnerisch geprägten Bereichen für unterschiedliche Nutzungsintensitäten. Der Brückenpark beidseitig und unter der Swinemünder Brücke schafft Aufenthaltsqualität an diesem infrastrukturell dominierten Ort und bildet einen wichtigen Baustein der Grünverbindung zwischen Humboldthain und Mauerpark. Durch diese Abfolge entstehen zwei klar unterscheidbare Qualitäten – urban im Norden, grün-wohnortnah im Süden – die zusammen ein kohärentes Freiraumsystem bilden.
Retentionsdächer mit Photovoltaikanlagen, begrünte Dachterrassen und versickerungsfähige Flächen stärken die Klimaresilienz des Quartiers. Natürliche Durchlüftung und gute Tageslichtversorgung reduzieren zudem den Energiebedarf und erhöhen die Aufenthaltsqualität.